Vera Tollmann

China. Der deutschen Presse Märchenland 2

herausgegeben von Vera Tollmann
mit einem Nachwort von Christian Y. Schmidt

Gestaltung: Till Sperrle, ITF Grafik Design (basierend auf der Gesamtausstattung für Amendts Flugschrift von Christian Chruxin)
40 Seiten, broschiert, 5 Euro
1. Auflage Oktober 2011
erhältlich in den Buchhandlungen Walther König, b_books, Motto, Pro qm oder hier

Diese Publikation ist eine Hommage an den in diesem Jahr verstorbenen Hamburger Sozialwissenschaftler Günter Amendt und seine Flugschrift China. Der deutschen Presse Märchenland, die 1968 im Voltaire Verlag erschien. Darin montiert der damalige Maoist Zeitungsberichte über die Kulturrevolution in China zu einem radikal verdichteten Pressespiegel. Im zweiten Teil der Flugschrift analysiert Amendt, dass China in der deutschen Presse als potentieller „Feind der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse“ dargestellt werde. Es sei wohl so, dass die spätindustrielle Gesellschaft nicht mehr „ohne einen äußeren Feind zur Aufrechterhaltung des inneren Consensus“ auskommen könne.
Wenn man die kleine Publikation heute liest, mehr als 40 Jahre später, erscheint Amendts Anliegen, über die „verzerrende Darstellung der Volksrepublik China“ in den Medien aufklären zu wollen, wieder äußerst aktuell. Von April bis August 2011 erschien eine Vielzahl von Artikeln, die sich mit der Festnahme und späteren Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei beschäftigten – Texte, die eine auffällige Klarheit darüber behaupten, „was in China los ist“. Um diese Mediensituation besser zu verdeutlichen, habe ich, wie Amendt, aktuelle  Zeitungsberichte zu einem Text montiert. Genauso wie Amendts Heft überlässt auch China. Der deutschen Presse Märchenland 2 den Lesern die Einordnung.

 

 

 

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Was du wissen solltest (die Zukunft)

Ein Zeitungsprojekt Jan Caspers, Anne König, Vera Tollmann, Jan Wenzel
im Rahmen von Ausflughafensicht, Thalia Theater Halle, Theater der Welt, Juli 2008
>> was-du-wissen-solltest pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An drei Tagen im April hatte das Thalia-Theater nach Kursdorf eingeladen, um einen Diskurs über die Zukunft in Szene zu setzen. Gesprochen wurde über Utopien von Gestern, über Zukunftsforen, Thinktanks und Science Fiction, über die Zukunft der Region und des Flughafens, aber auch darüber, wie kulturelle Arbeit demnächst finanziert werden soll.
Um das festzuhalten, was sich an diesen drei Tagen an Ideen, Widersprüchen und Austausch ereignet hatte, haben wir uns für zwei verschiedene Formate entschieden.
In einer Zeitung kommen viele Teilnehmer der Diskursdorf-Workshops selbst ausführlich zu Wort. Wir veröffentlichen unter anderem Gespräche mit Sonja Beeck vom Bauhaus Dessau, dem Autor Ingo Niermann, dem Geschäftsführer des Flughafens Eric Malitzke sowie der französischen Regisseurin und Schauspielerin Elsa Hourcade.
Ein großes Scherenschnittbild – unser zweites Dokumentationsformat – das für die riesige Glasfront der Flughafen-Mall gedacht war, konzentriert sich auf Themen des zweiten Workshop-Tages: auf die Zukunft der Mobilität und den Flughafen als konkreten Zukunftsort. Das Motiv dafür ist einfach: An einem Ort wie dem Flughafen Leipzig/ Halle, wo unter anderem die Unterscheidung zwischen dem Militärischem und dem Zivilen praktisch untergraben wird, bedeutet Dokumentieren für uns auch Protest. »Das Nichtverfilmte kritisiert das Verfilmte« überschrieb der Autor Alexander Kluge einen Essay, in dem er seine realistische Methode erklärt. Dieser Ansatz entspricht unserer künstlerischen Herangehensweise bei dieser Arbeit. Die Fakten – das ist nicht nur das, was sich ereignet hat, sondern eben auch das Unartikulierte, Ausgesparte, Vage – das, was nicht Thema geworden ist. Denn gerade in diesen Lücken stecken die Fragen der Zukunft.

Presse:
“Jeder vierte Passagier ist ein US-Soldat”, ART Magazin, 10.7.2008

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Katastrophenalarm

29. März – 18. Mai 2008
Künstler: Dave Hullfish Bailey (USA), Margit Czenki / Christoph Schäfer (D), Christoph Draeger (USA/CH), Marjolijn Dijkman (NL), Azin Feizabadi / Kianoosh Vahabi (D/IR), Cornelia Hesse­Honegger (CH), René Lück (D), Eva Meyer Keller (D), Claudia Mucha (D), Lisi Raskin (USA), Lise Skou / Nis Rømer (DK), spector cut+paste (Markus Dreßen / Anne König / Jan Wenzel) (D), Andrei Ujica (D/RO), Ingo Vetter (SE/D)
Gefördert durch die Stiftung Klassenlotterie, Pro Helvetia, Danish Arts Council
Kuratiert von Sophie Goltz, Christine Heidemann, Anne Kersten und Vera Tollmann

Ein dramatisches Wetterereignis folgt auf das nächste: Überschwemmungen, Dürren und Stürme werden weltweit gemeldet; die Konjunktur der Diskussion um ökologische Gefährdungen und Krisen wird angekurbelt. Mediale Argumente einer Klimakatastrophe versetzen die Öffentlichkeit in eine ständige Alarmbereitschaft, um so eine Atmosphäre der Angst zu erzeugen und herrschende Machtverhältnisse zu stärken. Eine Bedrohung wird wiederholt, als real präsentiert und erzeugt einen Ausnahmezustand. Bleibt es allerdings bei ihrer Prognose, entsteht ein postkatastrophisches Bewusstsein; politisches Handeln erscheint als aussichtslos.

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Unreal Culture

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview with Judith Williamson
Published in Starship #7, 2004

You have spoken at a number of conferences recently such as “The New Sexism” at the University of Brighton. Following your article “Retrosexism”, first published in the London based “Eye Magazine” in the summer of 2003, it seems that sexism is being debated again today. What impact do you think this discussion can have?

I hope it does become discussed a bit more! I’ve been encouraged by having a big response to my work on this issue. The article in Eye magazine focuses mainly on images - although that doesn’t mean I think sexism is only about images. But I have had a lot of women telling me that they had found particular images disturbing and wanted to criticise them but felt not able to. The article tried to address this phenomenon. The term and the very concept of sexism have fallen away in recent years, certainly in Britain. Then there is a strong fear - partly based on the caricature of the women’s movement in the popular press - of seeming to be humourless or being outdated. In presenting my material at conferences and so on I have talked to a lot of women, and they have said that on these issues they often operate self-censorship. Women are not feeling confident enough just to say: “We don’t like this!”

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Clipradio

Videochannel im Rahmen von ARTE Creative
Auswahl und Texte von Vera Tollmann, Dominikus Müller und Kito Nedo

In diesem Jahr haben wir unter dem Namen clipradio eine Reihe künstlerischer Videos zusammengestellt. Das Programm bleibt für ein Jahr auf ARTE.TV zu sehen. Während ARTE online neue Sendeformate erprobt um den Anschluss an Youtube zu bekommen, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die ausgewählten Arbeiten zu kontextualisieren. Da die technischen Bedingtheiten den Inhalt immer mitgestalten, wurden sie unser Thema. An der Videoarbeit “Versions” von Oliver Laric wurde schnell deutlich, an welche Grenzen das Zusammenführen von Videokunst, Internet und Fernsehen stoßen kann. Seine Arbeit musste wegen nicht geklärter Urheberrechte wieder offline gehen. Mit dem Titel clipradio verbinden wir ein Stück Mediengeschichte – Brechts Radiotheorie, die oft zur Erklärung der Produktion im Netz herangezogen wurde – und unsere eigene Geschichte mit dem Medium, die mit Internetradio begann. Die folgenden links führen direkt zu den einzelnen Seiten der Künstlerinnen und Künstler.

Videos von Wynne Greenwood, Hörner & Antlfinger, Nina Könnemann, Korpys/Löffler, Bernd Krauß, Oliver Laric, Karolin Meunier


clipradio sendet Videos zeitgenössischer Künstler, die sich reflexiv mit den Bedingungen und Techniken heutiger  Bildproduktion und ­-distribution auseinandersetzen. Einige nehmen dabei direkt Bezug auf die konkurrierenden Bildersysteme der Massenmedien: Fernsehen, Kino und YouTube Broadcasting. Andere befragen ganz allgemein die gegen­wärtige  Bildermacht und ihre Strategien. Gemeinsam ist aber allen, dass sie das Bewußtsein um die Produziertheit der Bilder nicht verstecken, sondern zum Ausgangs­punkt ihrer eigenen Arbeit machen.

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Mit der Kunstaktie zur Publikumsgesellschaft

25. März – 30. April 2011
Ausstellungsort: Uferhallen, Berlin

Ausstellungsdisplay: Vera Tollmann und Marinus van Eldik

Die Uferhallen Aktiengesellschaft wurde 2007 gegründet und erwarb zum Jahres­wechsel 2007/2008 das 38.000 Quadratmeter große Areal beidseitig der Uferstrasse im Wedding. Innerhalb von zwei Jahren entstand in den ehemaligen Zentral­werkstätten der BVG ein wirtschaftlich tragfähiger  Produktions­- und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst in privater Trägerschaft.
Im Herbst 2010 hat sich der Vorstand der Uferhallen Aktiengesellschaft entschieden, die Geschäftsanteile durch den Verkauf von Aktien zu streuen. Durch die Umwandlung in eine Publikumsgesellschaft wird Immobilienspekulation langfristig verhindert. In Zeiten steigender Mieten stellt dieser Schritt eine nachhaltige Gegenmaßnahme dar.

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Case Study China

19. – 25. Oktober 2009
Künstler: Michelangelo Antonioni, Hannes Böck, Jin Shan, Lu Chunsheng, Mathilde ter

Heinje, MAP OFFICE, Maya Schweizer / Clemens von Wedemeyer, Xu Tan, Yang
Zhengzhong, Zhou Tiehai
Ausstellungsort: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Ausstellungsdesign: Marinus van Eldik
Gefördert durch Goethe Institut, München
Konzept: Vera Tollmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1980 wurde das Fischerdorf Shenzhen zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas erklärt. Das war der Anfang für die Öffnungspolitik von Deng Xiaoping. Heute ­ knapp dreißig Jahre später stammen bereits 30 Prozent aller Made in China­-Produkte aus den Sonderwirtschaftszonen.

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City Browsing (5) Wieder mal in Berlin

erschienen in: Die Planung/A Terv, No. 25, 2011, hrsg. Sandra Bartoli, Martin Conrads, Silvan Linden, Levente Polyák und Katarina Šević, Berlin/Budapest 2007
Die Planung / A Terv (“The Planning”) is a publication project for the utilization of the future, now.

Als Mo Brainard und ich aus dem BBI-Terminal herauskamen, nahmen wir ein Taxi. Ich sagte „Stadtplatz OSW“ zum Fahrer und es ging los. Als das Taxi anhielt und der Fahrer in der Nähe der Wilhelminenhof- und Reinbeckstraße drehte, waren ein 24-7, ein Udon-Imbiss und ein „El Bulli’s Restaurant“ alles, was ich sehen konnte. Ich fragte: „Wo sind wir?“, und der Fahrer sagte: „Stadtplatz OSW“. Eigentlich kannte ich mich ganz gut aus, ich war bei der Eröffnung vor zwei Jahren gewesen, als das Museum für Moderne Kunst und die Stronzek als erste aus ihren Sammlungen zeigten. Ich gab dem Fahrer eine Menge Trinkgeld, obwohl die verschrammten Samsonites etwas anderes sagten, und wir stiegen aus. Wir hatten nicht viel Geld; und auch wenn wir es nicht wussten, waren wir nur einen Block vom Apartment unseres Freundes Merlin Vonrát entfernt.

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Observations on the world of commodities

Lu Hao, landscape series, 2007

published in: The Mix, Issue No. 15, May 2008

As I left the S-Bahn on a late Saturday evening at the beginning of March with my broken small bicycle, I wanted to take a cab but was lacking the required loose cash. In front of the cash machine a long queue was already waiting – as it was Saturday night – and likewise behind me there were already three guys who had bow ties attached to themselves for going out and actually looked like the noisy mob in the trailer of Antonioni’s Blow up, Andrew 3000 of Outkast and Kanye West at the same time. They were in their mid-twenties and standing behind me and wanted to know if I really was wearing Bapesta-sneakers of A Bathing Ape and where did I get them. It was neither in the hard to find shop in Tokyo, London or New York but in a market hall in Beijing that

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Landscape with bride and groom in front of a wind turbine

A discussion with the climate expert Yu Jie on China’s attitude toward climate change. erschienen in: Spector cut+paste, No. 4, March 2008

In January 2008 I flew to China for five weeks. I wanted to find out whether the climate discourse had attained the same level of importance in China as in the West. At the end of January, central and western China experienced the most violent snowstorms in fifty years. The main theme in the English language state newspaper China Daily was not economic growth or preparations for the Olympic Games, but the daily struggle against the snow. As this occurred just before the Chinese New Year and Spring Festival celebrations, the effects of the extreme weather were dramatised to a national catastrophe. During this period (like Christmas in Germany), hundreds of millions of Chinese people travel home to see their families. Many migrant workers were stranded for days on end – on their only holidays – in the main railway stations because overhead cables and roads were frozen solid. The Chinese President Hu Jintao, a politician who normally avoids the media, made a special trip to the crowded railway stations to show his support. In Beijing, as is normal at this time of year, it had not rained or snowed for several weeks.

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