Vera Tollmann

Case Study China

19. – 25. Oktober 2009
Künstler: Michelangelo Antonioni, Hannes Böck, Jin Shan, Lu Chunsheng, Mathilde ter

Heinje, MAP OFFICE, Maya Schweizer / Clemens von Wedemeyer, Xu Tan, Yang
Zhengzhong, Zhou Tiehai
Ausstellungsort: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Ausstellungsdesign: Marinus van Eldik
Gefördert durch Goethe Institut, München
Konzept: Vera Tollmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1980 wurde das Fischerdorf Shenzhen zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas erklärt. Das war der Anfang für die Öffnungspolitik von Deng Xiaoping. Heute ­ knapp dreißig Jahre später stammen bereits 30 Prozent aller Made in China­-Produkte aus den Sonderwirtschaftszonen.

Das Videoscreening „Case Study China“ handelt von der chinesischen Wirtschaft, ihren alltäglichen Schauplätzen und Nebeneffekten. So beobachten die Künstler und Architekten von MAP OFFICE seit 2002 eine Fabrik in Shenzhen, beim Künstler Xu Tan geht es  um ein Wörterbuch der Modernisierung, während Lu Chunsheng den Mord an Trotzki mit dem unrevolutionären Büroleben chinesischer Geschäftsmänner konfron­tiert. Das alternative Rollenkonzept eines Matriarchats stellt Mathilde ter Heijne vor.
Clemens von Wedemeyer und Maya Schweizer proben eine filmische Adaption des Metropolis-­Klassikers. Die Arbeit von Hannes Böck findet, inspiriert durch die filmische Ästhetik Antoninis, einen „sanften“ Zugang zum Bauboom und somit zu einer eigenen Chinavision. Aus der Perspektive chinesischer und europäischer Videokünstler erscheint die chinesische Gegenwart ohne stereotype Bilder in ungewohnter Klarheit. Sie nähern sich ihrem Bild über ein jeweils eigenes Referenzsystem. Historischen Kontext liefert der Dokumentarfilm „Chung Kuo – Cina“, den Antonioni 1972 in China aufgenommen hat.
Um eine räumliche Verbindung zu China herzustellen, habe ich in Zusammenarbeit mit dem Architekten Marinus van Eldik eine typische Blumen­Dekoration, wie ich sie in neuen öffentlichen Gebäuden in Peking gesehen hatte,  in einer Ecke des weitläufigen Foyers imitiert. In dem Raum zwischen Treppen, Ausstellungshalle und Kinosaal eröff­neten sich den Besuchern verschiedene Perspektiven auf die Installation.